Fischer- und Schifferverein Klingenberg

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Dem unbekannten Matrosen


Wer wird ihm ein Denkmal setzen?
Würdigt seinen großen Schmerz?
Spott wird er wie immer ernten.
Keiner ahnt wie schwer sein Herz!

Hat am letzten Hafentage
er in Ruhrorts düstern Gassen
wüst gesoffen Schnaps und Biere.
Wollt’ den letzten Lohn verprassen.

Da bei „Hippmann“ flotter Schwof.
Bei Rotlicht dann wie das so ist
Noch zum Schluss bei „Tante Olga“
Eine feine Braut geküsst.
Und im Morgennebel schwankend
die Laternen düster glommen
hätt er gerne einen Bären *)
auf die Reise mitgenommen.
Doch da hat er von der Nacht
n’n Affen mit an Bord gebracht.

Als in Ruhrort dann die Lampen
längst erloschen und sein Kahn
in früher Sonne auf dem Strome
am Schleppstrang pflügte sich bergan,
er noch auf dem Strohsack stöhnte,
war von keinem Bär n’e Spur,
der Affe, dem er nächtens fröhnte,
war ein übler Kater nur.

Klaus Schmitt 2014


*) Wer es nicht mehr weiß
Ein Bär war eine Dame, (hier im Bild natürlich nicht sichtbar) die ein Matrose heimlich mit an Bord genommen hat.
Die durfte sich auch bis Mannheim nicht vorne heraus getrauen, sonst hätte der Alte sie an Land gesetzt, und ihn vielleicht gleich mit.
Womöglich in Salzig, wo er Frau und Kinder hatte. ... und es war ganz wichtig, dass der Ofen vorne nicht gestocht wurde, wenn die Männer an Deck waren.

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